UNESCO Welterbe und immatrielles Kulturerbe 2026 erleben.

    Highlights & Geheimtipps rund um die Welterbe-Stätten im Allgäu: Exklusive Konzerte, historische Feste, offene Werkstätten und gelebte Museen laden ein.

    Das Allgäu ist eine der bedeutendsten Kulturregionen Europas: Mit der Ernennung von Schloss Neuschwanstein zum UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 2025 erhält das Märchenschloss von König Ludwig II. die höchste internationale Anerkennung und rücken das Schloss ins rechte Licht: Weltweit kennen Milliarden Menschen das Cinderella-Schloss von Disney – doch nur wenige wissen, dass sein reales Vorbild Schloss Neuschwanstein ist - obwohl das Schloss bereits seit langem zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der Welt zählt. Als UNESCO-Welterbe rückt dieses einzigartige Kulturerbe nun ins weltweite Bewusstsein, als echtes Märchenschloss von internationalem Rang.

    Doch im Allgäu lassen sich noch so viel mehr von der UNESCO gewürdigte Kulturgüter entdecken: Was im Allgäu von Generation zu Generation weitergegeben und als lebendige Traditionen bewahrt wird, ist vielfach Teil des Immateriellen Kulturerbes. Gäste dürfen daran teilhaben: 

    • Alpwirtschaft Bad Hindelang: Als alpflächenreichste Kommune Deutschlands pflegt Bad Hindelang eine nachhaltige Alpwirtschaft im Einklang mit dem Naturschutz. Dafür steht das jahrzehntelang gelebte Ökomodell Bad Hindelang, welches sich an die jahrhundertealte Tradition der Beweidung ausrichtet. In dieser Kulturlandschaft wird die Milch auf Sennalpen noch direkt vor Ort zu Käse und Butter verarbeitet. Gästen wird die Alpwirtschaft über exklusive Mitmachangebote vermittelt, wie Besuch der Sennalpe, Käseherstellen oder Mähen wie zu Großvaters Zeiten.
    • Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis: Das Naturheilverfahren von Sebastian Kneipp, dessen Wurzeln in Ottobeuren liegen, der in Bad Grönenbach lernte und der in Bad Wörishofen wirkte, wird heute modern interpretiert. Basierend auf den fünf Säulen Wasser, Ernährung, Bewegung, Heilpflanzen und Lebensführung, wird die Methode in zahlreichen Kneipp-Kurorten wie Füssen und Oberstdorf weiterentwickelt und praktiziert. Schnupper-Kurse und Anleitungen für Zuhause führen zu nachhatigem Erleben.
    • Historisches Handwerk: Das Allgäu ist die Heimat jahrhundertealter Handwerkskünste, die ebenfalls zum Immateriellen Kulturerbe zählen. Dazu gehören das Töpferhandwerk (wie die Werkstatt Allgäuer Keramik), die Handweberei, bspw. in Pfronten oder die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Glas (wie im Glasmacherdorf Schmidsfelden). Eine Besonderheit ist das Gold- und Silberschmiedehandwerk in Kaufbeuren, wo sich die einzige Berufsschule für Schmuck-, Schmiede- und Glaskunst in ganz Deutschland befindet. Das traditionelle handwerkliche Bierbrauen lässte sich in Allgäuer Privatbrauereien nachvollziehen und die deutsche Brotkultur wird bestens abgebildet durch den Verein Allgäuer Bäcker
    • Kultur und Brauchtum: Lebendige Bräuche wie die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht, das Mundarttheater, das Instrumentale Laien- und Amateurmusizieren und das Sternsingen zeugen von einem tief verwurzelten Gemeinschaftssinn. Ergänzend dazu gehören der Streuobstanbau, das Schützenwesen sowie die Friedhofskultur zum geförderten Kulturgut.

    Welterbe und Immatrielles Kulturerbe erleben. Höhepunkt: Neuschwansteinkonzerte im Schlosshof des Welterbes

    In lebendige Traditionen eintauchen, welche Kulturlandschaft prägen und erhalten, ist im Allgäu das ganze Jahr über möglich:

    Neuschwansteinkonzerte: Ein ganz exklusives Erlebnis bietet sich vom 29.07. bis 02. August 2026 - wenn der Schlosshof des Welterbes Neuschwanstein sich an fünf Abenden in einen Freiluftkonzertraum verwandelt. Magie, Mythos, Musik im Märchenschloss vereinen die Neuschwansteinkonzerte: Das neue Klassikfestival vereint künstlerische Exzellenz, Historie und Moderne zu einem einzigartigen Musikerlebnis. 
    Das Schloss ist das ganze Jahr über zu besichtigen. Zum Schutz des Schlosses sorgt seit Jahren das Online-Reservierungssystem mit einer begrenzten Anzahl an Tickets für einen geregelten und limitierten Besuch.
    Schwäbisch-Alemannische Fastnacht: Zur „Fasnet“ sind vor allem im Westallgäu die Narren los. Fantasievoll verkleidet mit den typischen kunstvollen Masken, erinnern sie an heimische Sagen und  begehen und närrische Zeremonien. Dazu gehört auch die für mitreißende Rhythmik der Guggenmusiker. Die älteste deutsche Guggenmusik-Band wurde übrigens in Isny gegründet, gefolgt von der Hausemer Guggenmusik. Deren aufwändigen Gewänder und die hölzernen Masken der Zünfte werden übrigens im Allgäu hergstellt.
    Mundarttheater: Amateurtheater und Laiengruppen führen ihre Stücke im Allgäu in Mundart auf. Dabei unterscheidet sich der Dialekt zwischen Unter- und Ober- sowie Ost- und Westallgäu erheblich. 
    Instrumentale Laien- und Amateurmusizieren: Im Allgäu finden sich nachweislich die meisten Musikvereine in ganz Deutschland. Bald jedes Dorf hat seinen eigenen Musikverein, der zu kirchlichem Brauchtum, dörflichen Festen und Konzerten aufspielt. Und so finden sich hier auch noch viele Instrumentenbauer. Der Allgäuer Volksmusik kann man auf Konzerten und Festen lauschen.
    Schützenwesen: Ebenso haben zahlreiche Dörfer im Allgäu einen Schützenverein. Welchen Stellenwert das Schützenwesen seit dem Mittelalter hat und wie es letztendlich Sport und Mythen förderte, erfährt man im deutschlandweit einzigen Haus zur Schützenkultur, das zum Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren gehört.
    Streuobstanbau: Seit Jahrhunderten prägen Streuobstwiesen insbesondere im Westallgäu das Landschaftsbild. Ihre Artenvielfalt und ihre Schönheit kann zum Beispiel auf dem Streuobstwanderweg Scheidegg entdeckt werden - oder bei einer Radtour durch die Radreiseregion Naturschutzkammern; hier führt die Tour Landschmecker durch die Streuobstwiesen. 
    Friedhofskultur: Der Wohlstand der einst freien Reichsstadt Memmingen ist auch am historischen Friedhof abzulesen. Führungen vermitteln die Bedeutung der Patriziergräber und die besondere Kultur des jüdischen Friedhofs
    Sternsingen: Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, verkleiden sich Kinder und Jugendliche als die Heiligen Drei Könige. Sie ziehen von Haus zu Haus und bringen den Segen für das neue Jahr.

    Bayerisches Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

    Der Fischertag in Memmingen und das Tänzelfest in Kaufbeuren gehören zwar nicht zum Kulturerbe der UNESCO, stehen aber im Bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mehr zu den Historischen Festen sowie alle Termine finden sich auf der www.allgaeu.de