Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben
Tourismus ist eine Leitökonomie.

Tourismus ist eine Leitökonomie.
Allgäu und Bayerisch-Schwaben behaupten sich als führende Urlaubsregionen
Mit rund 100 Teilnehmenden unterstrich die 75. Vollversammlung des TVABS in Mindelheim eindrucksvoll, wie das Motto ‚Zusammenarbeit stärken – Synergien nutzen‘ in der Praxis gelebt wird. „Diese starke Vernetzung sichert die touristische Zukunft der Region“, betont Verbandsvorsitzende Maria Rita Zinnecker.
Wirtschaftsfaktor Tourismus: über 86.000 örtliche Arbeitsplätze gesichert
Dass der Tourismus weit mehr als nur ein „sympathisches Aushängeschild“ ist, belegt die umfassende Wirtschaftsfaktor-Studie des Deutschen Instituts für Tourismusforschung (dwif), welche Ende November 2025 vorgestellt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen: Tourismus ist eine Leitökonomie, denn in der Region hängen 86.784 Beschäftigtenäquivalente direkt vom Tourismus ab. „Das sind über 86.000 Menschen, deren familiäre Existenz an der Vitalität unserer Branche hängt“, so die Vorsitzende. „Da diese Arbeitsplätze ortsgebunden sind, fungieren sie als soziales und wirtschaftliches Rückgrat des ländlichen Raums.“ Die Studie entkräftet zudem das Vorurteil, der Tourismus käme nur der Hotellerie und Gastronomie zugute: Knapp 52 Prozent des Umsatzes fließen zwar ins Gastgewerbe, aber 28 Prozent in den Einzelhandel und 20 Prozent in den Dienstleistungssektor.
Während der Markt für Tagesausflüge bundesweit (Rückgang von 11 Prozent) und auch in Bayern unter Druck steht, erweist sich das Allgäu und Bayerisch-Schwaben weiterhin als attraktiv.
Politische Forderungen: Struktur statt Bettensteuer
Von der Politik in München und Berlin fordert der Verband klare Leitplanken. Die Vorsitzende betonte die Notwendigkeit einer soliden Tourismusfinanzierung, besonders für Orte ohne Prädikatisierung, aber auch insbesondere in Zeiten leerer kommunalen Kassen. „Wir fordern ausdrücklich keine Bettensteuer, sondern eine zweckgebundene Abgabe, die direkt der Tourismusbranche zugutekommt“, so die Verbandsspitze. Dies sei insbesondere für den Ausbau der touristischen Infrastruktur und Mobilität essenziell.
Bayerische Tourismusstrategie: Bayern.Vision.Tourismus.
Mit dem Ausblick auf die kommende Tourismusstrategie der Bayerischen Staatsregierung („Bayern.Vision.Tourismus“) unterstrich die Vorsitzende die Bereitschaft des Verbandes, sich aktiv einzubringen, um die Zukunft des Reiselandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben gemeinsam mit der Politik weiterzuentwickeln. Ziel sei es weiterhin, einen starken Verband in Richtung Politik, Verwaltung und Verbände sowie zwei schlagkräftige Einheiten in der Vermarktung für Gäste und Einheimische voranzubringen. Durch die gemeinsame Nutzung digitaler Infrastruktur und die Bündelung von Marketingmaßnahmen werden Effizienz gesteigert und Synergien optimal genutzt.
MICE als Zukunftschance
Einen Schwerpunkt der Versammlung bildete das Thema MICE (Meetings, Incentives, Conferences, Exhibitions). Die neu geschaffene Position MICE-Management zeigt, dass der Verband Bayerisch-Schwaben und das Allgäu als attraktive Kongress- und Tagungsdestinationen weiterentwickeln wird. Expertin Vanessa Thielemann unterstrich in ihrer Keynote das enorme Potenzial, das in diesem Geschäftsfeld für die regionale Wertschöpfung liegt.
Erfolgsfaktoren: Radtourismus und Städte-Marketing
Im stark umkämpften Radtourismus ist dies keine Selbstverständlichkeit: Das Allgäu konnte sich erneut in der ADFC-Radreiseanalyse als Top-Destination etablieren. Das Gedenkjahr 2025 zu 500 Jahre „12 Artikel – der Ruf nach Freiheit“ und den Bauernkriegen lenkte erfolgreich einen anderen Blick aufs Allgäu: Das Allgäu ist nicht nur Wandern und Rad, sondern ganz besonders europäische Geschichte. Auch Bayerisch-Schwaben hat seine Position ausgebaut: Die Städte-Kampagne „Stadthupferl“ wurde durch eine spielerische App-Integration (Gamification) erweitert und wird ergänzt durch die neue Publikation „Geschichte.Glanz.Genuss“
Blick auf die Winterdestination
Das Allgäu transformiert sich zur Ganzjahresdestination. Dabei setzt man weiterhin auf die Stärke des Erlebnisgutes Schnee, ergänzt dieses jedoch um Angebote für Wandern, Wellness, Gesundheit und Kulinarik. Dieser „hybride Winter“ soll die Region für Gäste attraktiver und krisenfester machen und wurde offensichtlich schon von Gästen honoriert: 2025/2026 wurden knapp zwei Prozent mehr Gäste bei einem Plus von 1,3 Prozent Übernachtungen gezählt (*).
Rekordzahlen im Jahr 2025
Die aktuellen Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik belegen die ungebrochene Attraktivität der Region: Die Gästeankünfte stiegen um 62.745 auf insgesamt über 6,07 Millionen (+1,0 %). Bei den Übernachtungen verzeichnete der Verband ein Wachstum von rund 76.000 auf 17,32 Millionen (+0,4 %). Ein besonderer Wachstumstreiber war das Allgäu, das vor allem durch einen schneereichen Dezember 2025 und optimale Bedingungen für den Wintersport ein fulminantes Plus von zehn Prozent im Jahresabschlussmonat generieren konnte. „Wir blicken auf ein bewegtes und erfolgreiches Jahr zurück“, so Zinnecker abschließend. „Mit der Strategie 2030 und der engen Verzahnung unserer Kräfte sind wir bestens gerüstet, um unsere Region als wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und vielfältigen Lebens- und Urlaubsraum weiterzuentwickeln.“
Tourismusmonitor Bayern: kostenloser Zugriff auf Kennzahlen
Die Bayern Tourismus Marketing GmbH stellt mit dem Tourismusmonitor Bayern eine kostenlose Plattform für den bayerischen Tourismus bereit. Sie bietet umfassende Daten zu Wirtschaft, Demografie, Infrastruktur, Umwelt und Wetter für alle 96 Landkreise und Städte. Laut Prokurist Wolfgang Wagner ermöglichen interaktive Karten und Vergleichsfunktionen dabei fundierte Analysen und Trendentwicklungen.
Über den Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben e.V.
Der Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben e.V. fungiert als Interessensvertretung für den Tourismus in der Region. Er bündelt die Kräfte der Tourismusakteure, sichert Fördermittel, betreibt aktives Lobbying und verantwortet zentrale Marketingmaßnahmen, um die Region als attraktive Urlaubsdestination im nationalen und internationalen Wettbewerb zu positionieren.